
The Burrow Project

NÄCHSTE AUFFÜHRUNG:
26. November 2026 um 20 Uhr im „Artlab“, Torstraße 218, 10115 Berlin
Non-German speakers welcome! A visceral sonic & performance experience.
THE BURROW PROJECT -
Eine akustische Grenzerfahrung zwischen Kafka, Prekarität und Noise
„Kafkas Werk ist weniger zu deuten, als experimentell zu erproben.“
Aus diesem Gedanken heraus entsteht THE BURROW PROJECT: ein hybrides Performanceformat zwischen Literatur, Klangkunst und Spoken Word. Franz Kafkas Fragment "Der Bau" wird hier nicht einfach gelesen – es wird gebaut, zerlegt, verzerrt, akustisch bewohnt und politisch aufgeladen.
Live, prozessorientiert und ohne festgelegten Ausgang.
Ein paranoides Tier gräbt sich durch ein System aus Angst und Kontrolle – und begegnet seinem eigenen Echo als Feind.
Der Bau wird als fluides Labyrinth erfahrbar – ein endlos wuchernder Raum aus Sackgassen und Schattenkörpern.
🏛️ Modularer Aufbau:
Teil 1 – Leseperformance (ca 60 Minuten)
Performative Lesung mit dem Originaltext.
Ästhetik: Die visuelle Ebene spiegelt das frühe expressionistische Kino – maskenhafte Überzeichnung und übersteigerte Gestik kulminieren in Passagen, in denen Kafkas Sprache rein als akustisches Material spürbar wird.
Klang: Stimme, Kontrabass und Loop-Systeme erzeugen einen auditiven Bau, dessen reales und psychisches Terrain sich ständig verschiebt.
Konzept: Die szenische Textinterpretation bricht immer wieder auf in ein Ritual des Kontrollverlusts – eine Selbstauslieferung an den halluzinierenden Klang.
Performance im "Spektralraumohr" am 13. Dezember 2025
Teil 2 Spoken Word / Poetry Performance (in Arbeit)
Im zweiten Teil wird die Dynamik des „Baus“ in die Gegenwart übertragen. Ein Stream-of-Consciousness-Text, radikal mit dem Jetzt vernetzt, erkundet die zeitgenössischen Angstökonomien:
• Prekarität und Konkurrenzlogiken
• Selbstoptimierungszwänge
• atomisierte Subjektformen und digitale Doppelwesen
Der Bau erscheint hier als Lebensentwurf, der sich seinem eigenen Subjekt entfremdet.
Die Sprache wird zum Endgegner – rhythmisch, eruptiv, unkontrollierbar.
THE BURROW PROJECT erzeugt einen Hörraum der Unwägbarkeit – zwischen Innen und Außen, Kontrolle und Kontrollverlust, Ich und System.
TEXTCOLLAGE, SPOKEN WORD, PERFORMANCE, MIXED MEDIA: MARIA JAMBORSKY
KONTRABASS, LOOPS, VISUALS: MARCEL SIEGEL
Performance im "Poropati" am 29. April 2026

THE BURROW PROJECT - zwei Teaser von MARCEL SIEGEL
Notiz zur Ästhetik der Unwiederholbarkeit
Die Setzung einer unwiederholbaren, ortsspezifischen Performance ist in THE BURROW PROJECT kein bloßes formales Kriterium, sondern die ästhetische Übersetzung des Kernbegriffs der Prekarität.
Während Kafkas Protagonist im „Bau“ den obsessiven, schlussendlich scheiternden Versuch unternimmt, durch Architektur eine absolute, reproduzierbare Sicherheit zu erzwingen, verweigert sich die Performance dieser Illusion von Stabilität. Indem die Aufführung als offen gehaltene Versuchsanordnung direkt auf die Akustik und Atmosphäre des Raumes reagiert, begibt sie sich bewusst in das Flüchtige, Ungesicherte und Existenzielle.
Unwiederholbarkeit meint hier mithin nicht nur die Einmaligkeit des künstlerischen Ereignisses, sondern das Akzeptieren des Kontrollverlusts: Eine Kunstform, die sich im Moment des Entstehens bereits wieder entzieht – prekär, flüchtig und kompromisslos gegenwärtig.
Interesse an einer Aufführung oder Zusammenarbeit?


















