

Drugged Voices
Theaterperformance

– Ein audio-visueller Trip in die Schizophrenie der Moderne
#Ventriloquismus / #Metatheater / #Mise-en-abyme / #Gothic-Pop / #TechnologischeEntfremdung / # Selbstreferenzialität #FragmentierungDesSelbst / #Uncanny-Valley / #MorbidHumor
Vorhang auf für ein kalkuliert verrätseltes Fieberdelirium: Der legendäre Ventriloquist „Der Große Lester“ und sein aufmüpfiger Dummy Windy Higgins präsentieren eine makabere Séance. Im Zentrum des Abends steht Edgar Allan Poes Kult-Poem „The Raven“ – nicht umsonst das Lieblingsgedicht der Avantgarden – dekonstruiert als hyper-aktuelle, metatheatrale Versuchsanordnung.
Die Performance dreht die Uhren um: Sie beginnt mit dem Ende und seziert die Anatomie eines Verlusts. In einer skurrilen Doppelrolle verschwimmen die Grenzen von Schöpfer und Schöpfung, während Edgar Allan Poe das Skript seines eigenen Untergangs schreibt. Die Ästhetik? Kompromisslos lynchesk. In düster-komischen Video-Tableaus offenbart sich die totale Entfremdung des Protagonisten. Das Finale liefert eine filmische Hommage an Poes „Das ovale Porträt“: Ein manischer Künstler, der seine Muse auf der Leinwand zum Leben erweckt, während die reale Referenz zum Skelett verblasst.
„Drugged Voices“ ist weit mehr als obskures Gruseltheater. Durch das radikale Entkoppeln von Stimme und Körper verhandelt die Performance eine zutiefst moderne Frage: Was wird aus dem Subjekt, wenn die eigene Stimme längst ein Eigenleben führt? Eine bodenlos-morbide, aber auch humoristische Reflexion über das unheimliche wuchernde „Nimmermehr“.
Premiere am 28. April 2006 im Gaya Theater
Text und Inszenierung: Maria Jamborsky
Produced by Tim Schneider & the Karmanoia Crew
Mit: Heiko Fischer, Heidi Johnson, Bernhard Lütke, Sebastian Zimmler
Video: Sebastian Klatt, Frank Gerhardt
Musik/ Sound: Jonathan Dyck, Bernhard Lütke
Bühne: Tim Schneider
Kostüm/ Maske: Gemma Budden
Animation/ Layout Flyer: Max Adam
Technik: Georg Losch
photos by Sebastian Klatt und Alla Teterina

Teaser















