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Death of the Cool -
Ein SelbstüberBEATungsGedicht

I

 

Zu den Crossroads der Coolness, den Scheidewegen verwegenen Scheiterns,

schreitet und schreit und schreibt die 

Schamanin der manischen Scham-Maschine, 

im Anschlag rastloser Tasten

auf den Trassen der Traumzeit

wo die Trance-Tramps tanzen

zur Jazz-Beerdigung sextrilliarden toter Sterne,

lichtorgelnd im Nachtgeflüster,


Play it Cool abgerissen Play it cool hirnentblösst Play it cool verklärt und verkehrt
Play it cool Play it cool Play it cool


und dann--- Charlie Parker lautstarker aufdrehen und dem Vogelzug folgen

unter dem Radar, im Schnell-Express zur Schwelle der Expression,
zugedröhnt vom Zug-Gedröhn der Hobodämmerung, hämmernde Schienen,
Grenzgängermienen, Lichtgeschwindigkeitsgedichte, gesichtet

in den Eingeweiden der Eingeweihten, in der Zeichenfledderei chaosblauer Chamäleons,

die mystisch befleckt in unbeleckten Zungen flüstern, im lüsternen Fluss der Verschlüsselung, vom Rhythmus durchdrungen ---
oder erlauscht in den Dharma Dramen darbender Barden, die in Bartleby's Bar barten, auf die satzzerplatzende Razzia warten und sich die Tonleiter rauf und runter schweigen bis zur Neige ihres Mondscheinglases verblasener Phrasen,
Füllhornbläserinnen und Messie-Messiasse, die das Meskalin von Moleskine-Notizen kauen in miauender Nacht, erinnerungsfetzig, Windsplitter im Trompetengewitter,
zitternder Spirit verschwitzt schreiender Sitzreihen in der Blitze-im-Hirn-Kaschemme
jammen auf Rasierklingen und swingend vor Unbezwingbarkeit in den
Schwingungen verschwinden ---

​

Play it Cool abgerissen Play it cool hirnentblösst Play it cool verklärt und verkehrt

Play it cool Play it cool Play it cool

 

(Auszug)

​

II​
 

Unterwegs auf den Einweg-Wegen, auf den Traumpfaden der Datensoldaten,

im Wendekreis der Einsiedlerkrebse mit chromblitzenden Augen
Oh ihr Seidenanzugs-Raupen, verpuppt in Coolness,
Change Agenten der ergonomischen Entfremdung, die ihr in Ad-geleckten Cadillacs geräuschlos durch die neonweiße Nacht yachtet, im Nitroglyzerinschweigen der nimmersatten Immerglatten
Oh ihr Marken-Revolutionäre mit Google Sun Glasses, die filterblasiert ihre Blässe verbessern, im Buddha-Bootcamp der gedrillten Gechilltheit
Oh ihr Schwärme von schwärenden Buzzwords, High Potentials meiner Generation!

zerstört von kreativer Zerstörung, next worked, exponiert, ausgebrannt,

und im coolen Branding die Brandzeichen von Arbeitssklaven in Sweatshops vergessen machend

​

Ich schizo-klemme im schwitzgehemmten Hemd, in der Zwanglosigkeitsjacke, zweckfrei verzweckt mit Swag (yeah)

ein Arbeits-Mannequin, das apathisch seine aspirininduzierten Aspirationen absondert

auf die Beipackzettel der Bewusstseinsindustrie
Cool dirigiere ich mit meinem Selfie-Stick meine auf Benzedrin geschriebenen Bewerbungen
Cool ein Orchester, bestehend aus Marketing-Instrumenten
Cool mit lidlosen Augen, so lässig wie ein Stresstest und so poesietrunken wie Plexiglas
Coooool scatte ich zu schnellverkäuflichen Melodieverläufen - Distinktions-Dissonanzen 

​culture jammend zum Sound der Klimaanlage,

mit einem Touch Screen Solo, das sich hoch und immer höher klatscht

in den vibratolosen Vibes der Vitaloptimierung
Cooooooooolspule ich auf dem selbstspielenden Klavier Akkorde im Akkord
und biete Beats, die so experimentierfreudig sind wie Tante Lidls Rezept für Eierstich und so epiphanisch wie ein epiliertes Bein!

Was singt dieser Mund, der eine offene narzisstische Wunde war, die jetzt genäht ist und desinfiziert?

Singt er von Widerstandsgesten, die man bei Amazon bestellen kann?

Besingt er die Kadavercoolness von Kaugummi kauenden Kaufhausaushilfen, die zu Underground-Unterhaltungs-Upbeats ihre Urschrei-Therapie als Kunst verkaufen?

​

(Auszug) 

​​

© 2026 Maria Jamborsky. Erstellt mit Wix.com

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